Philosophie der Medizinwanderung

Im Folgenden wird das Wort „Medizinwanderer“ für alle Geschlechter dieser Erde verwendet.

Der Medizinwanderer

Der Medizinwanderer erlernt durch die Symbiose mit der Natur das bewusste Sein. Die Perspektive auf das Leben und den eigenen Körper verändert sich grundlegend. Das exklusive Dasein als Mensch verschwindet. Durch die Medizinwanderung vollzieht der Wanderer ein uraltes Ritual der Menschheit. Es ist die bewusste Entscheidung, sich mit der Natur in sich und um sich herum zu verbinden.

 

Der Medizinwanderer beobachtet möglichst still und zurückhaltend die Natur & ihre Wunder, sitzt bis tief in die Nacht auf Felsen oder unter einem Baum, auf einer Wiese oder in einem Wald. In dieser Stille und Schönheit versucht er seine gesellschaftliche Identität zu verlieren – um seiner eigenen Natur, dem inneren Geschöpf dieser Erde, zu begegnen.

Durch das Beobachten der äusseren Natur wird auch die innere Natur erschlossen. Man wird zum Berg, fliesst als Bäche zu Tal. Man verliert sich in der Natur und wird zu ihr.

Der umgekehrte Weg

Der Medizinwanderer geht den umgekehrten Weg zur globalisierten Gesellschaft: Für ihn rückt die Kultur, der Konsum, der Beruf & Status und all das Entertainment in den Hintergrund.

Er verneint die Gesellschaft und ihre Errungenschaften nicht. Er verneint aber deren schlafende Geisteshaltung und den daraus resultierenden Umgang mit der Natur.

Die Kristallisation der Persönlichkeit

Der Medizinwanderer erkennt sich als Geschöpf dieser Erde. Er beginnt die eigenen, innewohnenden Talente zu entdecken, statt die Vorstellungen und Wünsche anderer zu erfüllen. Er findet seine eigenen Fähigkeiten, lernt diese zu benennen und zu fördern. Dies geschieht, indem er sich auf seine innere und äussere Welt bewusst zu konzentrieren beginnt. Dieser Prozess wird als das „Wachen“ bezeichnet. Er führt dazu, dass man die Hauptrolle in seinem Leben übernimmt, statt eine verstaubte Nebenrolle.

Das bewusste, stille Sein

Der Medizinwanderer kehrt in die Tiefen der Natur zurück um sich seiner Herkunft und der Kraft seiner Ahnen bewusst zu werden. Sein Ziel ist das bewusste Sein. Die gewonnenen Erfahrungen und Errungenschaften bringt er als Gabe in die Gesellschaft zurück, um ihnen Licht, Gesundheit und Gleichgewicht zu bringen. Der Medizinwanderer verlässt die Wege der Zivilisation. Er sucht die intakte Natur auf, um Teil von ihr zu werden und mit ihr zu verschmelzen. Er sucht die Einsamkeit, um sich dort mit sich selbst oder Seinesgleichen zu verbünden.

Das Ablegen der Masken

Er will alle Masken fallen lassen, sich ganz so zeigen, wie er ist. Er zerbricht die Masken, indem er sich genau beobachtet, all seine guten und belastenden Seiten annimmt und diese achtet. Sein Ziel ist es, nicht perfekt, sondern echt zu sein. Er versucht nicht für die Liebe und Achtung anderer zu kämpfen, sondern er versucht sich selbst so zu lieben und zu achten, wie er ist und wie die Erde und die Zeit ihn geformt haben.

Das Ablegen der Identität

Diesen Weg der Medizinwanderung zu beschreiten, bedeutet das Sich-Ablösen von der anerzogenen Identität.

Die verkrampften Muster, die unser Leben durchziehen, sind an unsere Identität gebunden. Wir verhalten uns also so, wie wir durch unsere Umwelt erzogen und gebildet wurden.

Auf der Wanderung können wir diese anerzogene Identität erkennen und annehmen. Gleichzeitig lösen wir uns von ihr ab, indem wir sie als Konstrukt der Gesellschaft erkennen.

Die Verankerung

Indem wir uns schlussendlich ein eigenes Zeichen und einen eigenen Namen schenken, verankern wir diese Erfahrung im Bewusstsein. Wir taufen unseren eigenen Lebensstrom, das Lebewesen, der diesen Körper bewohnt, mit einem eigenen Namen und zelebrieren dadurch die Geburt unseres eigenen Selbst.

Damit bekennen wir auch, dass wir Verantwortung für uns selbst übernehmen, uns beobachten, wertschätzen und unsere Eigenschaften optimieren. Wir hören auf, eine Identität zu füttern, die andere gerne von uns hätten.

Die Rückkehr

Wenn wir in die Welt der Menschen zurückkehren, werden wir unsere Identität wieder wie gewohnt übernehmen. Wir gliedern uns wieder ein, in den grossen Karnevall der menschlichen Identitäten. Doch im tiefen Inneren wächst eine starke Verbundenheit mit unserem natürlichen Selbst. Ein Selbst der Natur. Ein Selbst welches keine Masken trägt, ausser jene, die es selber zu tragen wünscht.

 

Botschaft an Dich

„Du kannst Dich selbst nicht umfänglich erfassen, dafür ist Dein Gehirn zu klein. Das wäre, als ob Du versuchen würdest das Universum zu essen. Als ob Du versuchen würdest das Meer auszuschöpfen. Doch Du kannst Dich selbst erkennen & benennen. Deine Energie, Dein Charakter, Dein individueller Lebensstrom. Indem er Deinen Namen trägt, erhältst Du die Möglichkeit, Dich auf ihn zu konzentrieren.

Sich selbst bewusst zu sein, ist der Schlüssel zur Kontrolle Deiner eigenen Energien. Es ist das grösste Geschenk der Natur an Dich. Sich selbst einen Namen zu geben, bedeutet, seine eigene Natur zu anerkennen. Die Menschen nennen das Selbstbewusstsein oder – sich seinem Selbst bewusst zu sein.“

A. Alphasteinn

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